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April 2009

 
 

Zufriedenheit nach der zweiten Saison – neue Ideen entstehen

Saisonverlauf

Die Wintersaison 08/09 begann nicht ganz nach Wunsch, da der grosse Schnee erst Ende November fiel. Besonders mit dem Training der Hunde waren wir im Rückstand. Unser Herbsttrainingtrail auf Schotterpisten, den wir mit dem Quad befahren, war nicht auf längere Distanzen ausgelegt. Also mussten wir ein geeigneteres Netz suchen. Mit dem Schlitten ist das alles viel einfacher. Da wählt man sich die Distanz aus und legt mit dem Schneetöff einen geeigneten Trail an. Zum Glück waren die Seen und kleinen Bäche schon Mitte Oktober gefroren und im Gegensatz zur letzten Saison auch sehr sicher. Der Winter war im Allgemeinen kalt und es fiel Schnee in normalen Mengen. Wir hatten sogar Mitte Februar eine Wochentour bei wunderschönem Wetter, aber es war im wahrsten Sinne des Wortes "Arsch kalt"! Das Thermometer zeigte regelmässig Temperaturen unter -30 Grad an.

Rechtzeitig auf unsere Season Opening Tour fiel dann so richtig viel Schnee über Nacht und das hat uns dann richtig ins Schwitzen gebracht. Jürg hatte beim Spuren mit dem Schneetöff mit dem vielen Schnee zu kämpfen. Nach unzähligen Versuchen kehrte er frustriert zurück und sagte: „Es ist unmöglich einen befahrbaren Trail zu spuren“. Die gleichen Sätze hörten wir auch vom erfahrenen Schneetöff-Guide Ulf. Es war einer seiner schlimmsten Tage mit Gästen – die Fahrbedingungen waren eine Katastrophe.

Nach einigen Beratungen und Absprachen mit Bekannten stellten wir das Tourenprogramm um und boten unseren Gästen ein attraktives Alternativprogramm zusammen. Am Schluss waren alle mit dem Tourenverlauf zufrieden. Einmal mehr wurde uns gezeigt, wie wichtig es ist, eine solide Basis in der Unternehmung sowie ein funktionierendes Netzwerk zu haben, um sich den schnell ändernden Wetterbedingungen anzupassen.

Die restliche Saison verlief dann dafür reibungslos. Die Trails waren erstklassig und durch die guten Schneebedingungen resp. normalen Niederschlagsmengen kam auch der Schneetöff wenig zum Einsatz. Es war uns gut möglich auch bei Neuschnee oder starkem Wind mit den Huskies die Trails direkt zu spuren.

Einige unserer Gäste durften gar eisige Temperaturen nahe -40°C erleben. Und stellen sie sich vor, sie haben es überlebt! Sogar ohne dabei Schaden erlitten zu haben. Die von uns zur Verfügung gestellte Ausrüstung – besonders auch die handgestrickten Wollsocken – hat sich auch unter extremen Bedingungen bewährt.

Unsere Hunde überraschten uns in ihrer Leistungsfähigkeit und ihrer Begeisterung für das Laufen aufs Neue. Die grösste Überraschung war unser Nachwuchs. Drei Hunde liefen ihre erste Saison und machten dies mit einer Souveränität und Ruhe, als hätten sie noch nie etwas anderes gemacht. Es ist grossartig, solche Talente laufen zu sehen und sich mit ihnen zusammen zu entwickeln.

Nun liegen anstrengende fünf Monate hinter uns und wir sind zufrieden mit der Saison. Wir waren viel besser ausgelastet als in der Vorsaison. Besonders guten Anklang fanden die Midweek- und die Wochentouren. Zudem waren wir sehr gut vorbereitet und konnten noch mehr Zeit in die Pflege resp. richtige Vorbereitung der Hunde investieren.

Gesundheit unserer Tiere

Wir versuchen unsere Athleten bestmöglich bei ihren enormen Leistungen zu unterstützen indem wir sie z.B. gesund ernähren, sie massieren und dehnen und ihnen individuell angepasste Geschirre und Booties anziehen. Regelmässige Kontrolle der Pfoten und Pflege mit Salben verhindern Verletzungen. Glücklicherweise erlitt keiner unserer Hunde schlimme Verletzungen. Happy dogs machen unsere Gäste happy...

Stellen sie sich das einmal vor: Unsere Hunde laufen während einer gesamten Saison inkl. Herbsttraining 3500-4000 km. Dies strapaziert die Hundepfoten ungemein. Durch den Gebrauch von sogenannten Booties (Socken, Schühchen) können die Pfoten aber sehr gut vor Abnützung auf rauen Untergründen wie Sand- und Schotterpisten im Herbst oder Harsch und Nassschnee im Winter geschützt werden. Leider sind die Booties einem starken Verschleiss (jedes Bootie hält ca. 100-150 km) unterzogen, so dass wir pro Saison ca. 1500-2000 Booties verbrauchen. Helfen sie unseren Hunden und werden sie Booties-Sponsor.

Neue Ideen und Angebote

Mittlerweilen entstanden zwei weitere Angebote: eine Fjälltour und die Expedition-Sarek. Mit diesen zwei Projekten möchten wir Menschen ansprechen, die eine Herausforderung im Schnee in Zusammenarbeit mit den Hunden suchen.

Die Fjälltour ist eine einwöchige Tour in den Bergen Schwedens. Pro Tag werden 30-60km zurückgelegt. Die Übernachtungen finden in Berghütten oder im Notfall im Zelt statt. Diese Tour richtet sich an "Wiederholungstäter des Mushens" und an sehr sportliche Mushing-Newbies, welche mehr von den unglaublich schönen Winterlandschaften Lapplands erkunden möchten.

Wem dies noch nicht genug ist, der wird auf der Expedition-Sarek gefordert. Auf dieser 12-tägigen Tour, davon 8-9 Tage unterwegs mit Hunden, wird im Expeditions-Stil gereist. Wir fahren in einfachem Gelände auf speziellen Hundeschlittenpulkas (Bewe Nordic). In schwierigem Gelände bewegen wir uns mit Skiern vorwärts, wobei dann die Hunde die Pulkas mit dem Gepäck ziehen. Die Hundeschlittenpulkas sind so konstruiert, dass sie über eine Handlebar und eine Krallenbremse verfügen. Die Krallenbremse lässt sich auch von Hand betätigen resp. arretieren. Die Möglichkeit die Pulka zu bremsen, ermöglicht sichere Abfahrten im steilen Gelände. Das Ganze verlangt dennoch ein gutes Zusammenspiel zwischen Hund und Mensch.

Weitere Informationen sowie den neuen Tourenplan 09/10 finden Sie auf unserer Homepage.

Zu guter Letzt bedanken wir uns bei allen Gästen für die tolle und spannende Zeit. Bedanken möchten wir uns auch bei allen, die "das Projekt Wildact" und uns unterstützen.

M-E-R-C-I – MERCI MERCI MERCI !!!

Simone och Jürg

 

Wildact Adventure Tours, info@wildact.ch